Matei

Rüde
Rasse: Mischling
Alter: geb.ca.2018
Größe/Gewicht: 50 cm/ 18 kg
Farbe: schwarz
Aufenthaltsort: Dex's Shelter, Medgidia, Rumänien
Matei ist ein ganz besonderer Hund - auch wenn er auf den ersten Blick nicht so aussieht. Er ist nicht mehr der Jüngste, schwarz, mittelgroß, ein typischer rumänischer "Straßenköter ".... Aber Matei ist auch der lebende Beweis, dass es sich lohnt nicht aufzugeben und das scheinbar Unmögliche zu versuchen. Als der Rüde von Hundefängern in die Tötung von Breasta gebracht wurde, war sein Schicksal eigentlich besiegelt. Er hatte einen riesigen Tumor im Gesicht, so dass den Betreibern des städtischen Tierheims klar war, dass niemand den älteren Hund würde zurück haben wollen und er in Breasta sterben würde. Solche Hunde werden erfahrungsgemäss in der Tötung noch schlimmer behandelt, als ihre Leidensgenossen - sie werden getreten , herumgeschubst und bekommen auch oft kaum noch was zu fressen, von medizinischer Versorgung ganz zu schweigen. Als eine der Tierschützerinnen vorort ihn filmte, saß Matei zitternd in einem der Zwinger - und hatte sich wohl aufgegeben. Sein Anblick hat irgendeinen Nerv bei mir getroffen und ich bat einen Freund und Kollegen, der ein großes privates Shelter am schwarzen Meer betreibt um Hilfe - wohlwissend, dass er eigentlich keine Plätze frei hat. Er sah das Video, besprach sich mit seiner "Crew " und schuf Platz für Matei...
Kaum in Medgidia angekommen, wurde er dem Tierarzt vorgestellt und durchgecheckt Die Befunde waren ernüchternd - der Tumor war bösartig - und man konnte ihm beim Wachsen zusehen.
Matei schien das weder zu kümmern, noch zu beinträchtigen. Er lebte sich im Shelter ein und blühte auf.
Nach langen Beratungen und Überlegungen bezüglich der sinnvollsten Behandlung, wurde beschlossen, es erst einmal mit einer Chemo zu versuchen - sie wurde aber sofort wieder abgesetzt, weil Matei sie überhaupt nicht vertrug.
Alles was an Diagnostik möglich war, wurde gemacht - einschließlich eines MRT's - das eine deutliche Abgrenzung des Tumors vom Gewebe drum herum, und keinerlei Metastasen zeigte. Während wir noch beratschlagten ob eine OP gut und sinnvoll wäre, und einfach zu keiner Entscheidung kamen, schufen Matei und sein Zwinger- Nachbar Fakten.
Die beiden Rüden gerieten aneinander und trotz des Gitters zwischen ihnen, erwischte der Nachbar unseren Matei - und zwar genau am Tumor . Die Wunden die dabei enstanden ließen uns gar keine Wahl - und Matei landete im OP.
Zwei rumänische und ein ukrainischer Tierarzt wagten den Eingriff gemeinsam. Sie leisteten hervorragende Arbeit - und das Ergebnis war und ist viel besser, als alle zu hoffen gewagt haben. Der Tumor konnte, soweit die Veterinäre das beurteilen können, vollständig entfernt und die entstandene Wunde vollständig geschlossen werden.
Alles ist prima verheilt und Matei genießt sein neues Leben sichtlich . Er hat sich als freundlicher und liebevoller Kerl entpuppt, der es genießt wenn Dex's Mitarbeiterinnen Zeit dafür haben, sich mit ihm zu beschäftigen und mit ihm zu kuscheln. Mit Hündinnen ist Matei sehr gut verträglich - bei Rüden entscheidet die Sympathie. Der Rüde mit dem riesigen Tumor, der verstört, verängstigt und ohne Hoffnung in der Tötung von Breasta saß, hat entgegen aller " Vernunft " eine zweite Chance bekommen - und wir sind froh, dass wir ihn nicht aufgegeben haben. Die Geschichte von Matei ist ein kleines Wunder - jetzt braucht er nochmal eines : Ein liebevolles Zuhause für den Rest seines Lebens, wäre die Sahne auf der Torte... Wie lange dieses Leben noch dauert, können wir nicht sagen - Matei ist nicht mehr der Jüngste und obwohl der Tumor weg ist und keine Metastasen entdeckt wurden, kann ein Rezidiv nie ganz ausgeschlossen werden.
Im Moment ist Matei aber ein glücklicher, zufriedener und gesunder Hund, der das Leben von Herzen genießt - und wir hoffen dass das noch ganz lange so bleibt... Vielleicht ja sogar an der Seite seiner Menschen, als ein heißgeliebtes Familienmitglied auf Pfoten... Wir wünschen es ihm sehr.






